Ob Clubhaus, Vereinsheim, Umkleideraum, Sportlerheim - je nach Verwendungsart - es ist immer das Gleiche. 16 und ein viertel Meter lang, sechseinhalb Meter breit, eingeschossig. Einhundertfünf qm, von denen Schiedsrichter- und Mannschaftskabinen, Duschraum und Toiletten, Aufenthaltsraum, Küche und Abstellkammer umfangen sind. Nicht sehr groß also, eher bescheiden, elektrobeheizt wegen des nahen Waldes, immer pflegebedürftig, voll ausgenutzt, aber vereinseigen - und abbezahlt!

Es steht nicht von Anfang an da - fehlt aber genau von da an!

 

Dass 1963 kein Clubhaus verfügbar ist, muss akzeptiert werden, hält aber die aktiven Fußballer nicht ab, sich redlich abzumühen, um Erfolge zu erringen. Eine ehemalige Baubude der Bauunternehmung Sattler tut es zunächst, und manchmal ersetzt ein Viehtränkewagen - einachsig - die Dusche. Meist aber rennen die VfLer wie auch die Gastspieler den langen Weg vom Spenglerswald zum Vereinshaus in der Hauptstraße, um sich dort unter einer einzigen, dafür aber kalten Dusche zu reinigen. An ein Clubhaus wird immerzu gedacht, darüber geplant und verhandelt – es fehlt einfach an finanziellen Mitteln. Die unbequemen Verhältnisse, beim VfL kosten in dieser Zeit, die deutlich länger als ein Jahrzehnt ausmacht, immer wieder tüchtige Aktive, die dem VfL den Rücken kehren, wohl einfach deshalb, weil es bei anderen Vereinen komfortabler zugeht. Vorsitzender Roland Heckmann und die Vorstandschaft mit Architekt Heinrich Wortmann, schreiten zur Tat, weil ohne eigene Initiative wieder mal nichts geht.

 

1974 entsteht ein Bauplan. Der Kostenplan hierzu sieht zunächst DM 77.000 vor mit Eigenleistungen von immerhin DM 37.000. Es wird ein Antrag zur Bezuschussung aus dem "Rot-Weißen-Sportförderungsprogramm des Landes Hessen" gestellt.

 

Im Februar 1975 liegt der endlich Bauschein vor – gebunden und gesiegelt. Ein Darlehen von zunächst DM 15.000 gewährt die Bezirkssparkasse Heppenheim, die Gemeinde bürgt.

 

1976 ist die Summe verbaut, dafür steht der Rohbau, mit Dach, Fenstern und Türen, innen hohl, ohne Licht und Wasser. Das Haus kann noch nicht benutzt werden.
Ein weiteres Darlehen von DM 25.000 wird vom neuen Vorsitzenden Bodo Doering aufgenommen, die Gemeinde bürgt wieder. Diesmal gelingt es, das begonnene Werk fertig zu stellen, mit DM 40.000 Darlehen insgesamt, einem DM 1.000- Zuschuss des Sozialministers und vor allem seit Baubeginn mit ungeheuer tatkräftigem Einsatz der VfLer um Helmut Müller – in Selbsthilfe. Schließlich ist Bauabnahme und die Brandversicherungskammer erkennt einen Gebäudewert von annähernd DM 100.000 an – eine gewiss stolze Leistung!


Ohne Einweihung – ohne Widmung – fehlt der Segen! Was liegt also näher, die Fertigstellung des gemeindeeigenen Platzes und die des vereinseigenen Clubhauses gemeinsam zu würdigen?


Sonntag, 15. Juli 1979: Es ist der richtige Tag. Bei herrlichem Wetter, würdig vorbereitet und von vielen Freunden und Gästen aufgesucht, präsentierte sich die schmucke Sportanlage. In der Begrüßungsrede gab Vorsitzender Bodo Doering einen informativen Rückblick über die Fußballgeschichte des VfL mit Würdigung der geleisteten Arbeiten durch Architekt Heinrich Wortmann, Baumeister Helmut Müller, Elektriker German Pauli, Fachmann für Alles Adam Schuch und weiteren von der Aufgabe beseelten Helfern. Insbesondere erging auch Dank an die Gemeindeverwaltung Birkenau, mit Bürgermeister Willi Flemming, ohne deren wesentlichen Beitrag die Gesamtanlage so nicht hätte gestaltet werden können.


Bürgermeister Willi Flemming führte in seiner Ansprache aus, die Gemeinde habe seit 1971 für den Kauf und die Herrichtung des Sportgeländes im Spenglerswald DM 175.000.- aufgebracht. Darüber hinaus gewähre die Gemeinde im Rahmen des Sportjugend-Förderungsprogramms jährlich nicht unbedeutende Mittel an die Sport-Vereine, die auch dem VfL zugeführt würden. Flemming begrüßte insbesondere die Tatsache, dass trotz vieler Schwierigkeiten gemeinsam von Gemeinde und Verein eine funktionsfähige und schmucke Sportstätte geschaffen wurde. Eine Reihe liebenswürdiger Gäste meldeten sich zu Wort. Kreisfußballwart Franz Hackl, ein Kenner der Belange des VfL, eröffnete den Reigen der Gratulanten. Es folgten der 1. Vorsitzende der Behindertensportgruppe Georg Fändrich, Frau Schmitz für die SPD, Vorsitzender Franz Klein für den DRK – Ortsverein, der frühere VfL - Vorsitzende und 1. Beigeordnete Georg Schmitt. Der Vorsitzende des TSV Birkenau, Ernst Brehm, würdigte das zwischen TSV und VfL gewachsene gute Verhältnis und wünschte diesem auch für die Zukunft Bestand.

 

Ein weiterer Höhepunkt war der Richtspruch von Baumeister Helmut Müller. Der Abschluss des offiziellen Teiles war die Schlüsselübergabe. Ein überdimensionaler goldener Schlüssel zum Clubhaus, entworfen und angefertigt von Adam Schuch, wurde an Jugendwart Günter Heinzelbecker, stellvertretend für die Jugend des Vereines, überreicht.
Doch ohne Sport an diesem Tag keine Feier. Spiele der C-Jugend gegen den TSV Gadernheim, der E-Jugend gegen Rot-Weiß Wahlen und abschließend ein Spiel der VfL-Senioren gegen die Gemeindeverwaltung Birkenau rundeten einen besonderen Tag im Vereinsgeschehen ab, den noch viele Birkenauer Freunde und im Tagesverlauf eintreffende Repräsentanten Birkenauer Vereine mit erleben und beschließen halfen.

v.l.: Abt.-Leiter Walter Neumann, 1. Vors. Bodo Doering, Jgd.-Leiter Günter Heinzelbecker, Bgm. Willi Flemming, Baumeister Helmut Müller, Architekt Heinrich Wortmann
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